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Flughafen Graz, Steiermark - Passagierterminal, Verwaltung
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Vorfahrt, Abfertigung, Kontrolle,
Einkauf, Warten, Einstieg (und umgekehrt) sind die Stationen und Handlungen
in einem Flughafen, die in einer adäquaten Raumsequenz ausgedrückt und
erfahrbar gemacht werden können. Kleinere Flughäfen erlauben diese Abwicklung
auf einer Distanz, die das Ziel im Blickfeld behält. Auf dem Maß einer
Sichtdistanz ist das Konzept der Raumabfolge aufgebaut. Vorbedingung
war die Schaffung eines durchgehenden Hallendaches mit kräftigem Oberlicht
und klar abgesetzten Einbauten, die den Durchblick nicht nur in den
Zwischenräumen garantieren. Da es sich um die Erweiterung einer bestehenden
Anlage handelt, wurde in den Altbestand eine breite Schneise geschlagen,
die diese Durchlässigkeit auf die ganze Distanz sichert. Es wäre aber
kein Entwurf von Riegler/Riewe, wenn es nur bei einer einfachen Deckung
von Funktion und Raumsequenz bliebe. Ihre eigentliche Leistung liegt
nicht in der wie immer erfahrbaren flexiblen Raumschichtung, sondern
in den unterschiedlich wahrnehmbaren Zäsuren. So stellen sie nicht nur
die Fassaden zum Vorplatz und Flugfeld sehr verschieden dar, sondern
es sind auch die inneren Schwellenbereiche (wie Vorhänge) sehr sensibel
definiert. Der Aufenthalt in einer Raumzone, die einem automatisch die
Position im Abfertigungsritual vermittelt, wird also noch zusätzlich
instrumentalisiert durch die visuelle Präsenz des Übergangs zur vorgehenden
und kommenden Raumschicht. Das auf Flughäfen übliche Einklicken in eine reine Zeichenwelt und das damit verbundene Ausklicken aus einer räumlichen Orientierung (und dem damit verbundenen Unbehagen) wird wieder zurückgenommen. Man könnte auch sagen, die Architektur erobert hier wieder ein Terrain zurück, einen Raum sinnlicher Erfahrung, was schließlich auch den Kopf beruhigt. Friedrich Achleitner | |