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TU Graz Inffeldgründe, Graz, Steiermark
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Es ist die Offenheit der Orthogonalität und die darin liegende
Möglichkeit der Addition und Reihung, durch die Dramatik und Rhythmik
erzeugt werden kann, auf die Riegler/Riewe in fast allen ihrer
Projekte aufbauen. Auf radikale Weise setzen sie diesen Ansatz
in ihrem Entwurf für die Verbauung der Inffeldgründe um. In Abgrenzung
zu der Umgebung, definieren sie in dem zur Verfügung stehenden
Areal einen abgeschlossenen Baukörper - "offenes Campus-Gebäude"-
und schreiben ihm ein orthogonales Netz ein, in dem einzelne quaderförmige
Blöcke nebeneinander gereiht sind. Diese acht dreigeschoßigen
Bauten werden mit Wegen, Straßen und einzelnen Plätzen, die mit
jeweils verschiedenen Baumarten bepflanzt werden, zu einem kleinstädtischen
Gefüge komponiert. Die Gebäude bestehen aus einer zweihüftigen
Anordnung mit einem dazwischen liegenden Luftraum, wobei sich
in den nach Süden orientierten Bereichen die Büros, in den nördlichen
Gebäudehälften Seminarräume, Bibliotheken etc. befinden. Verbunden sind die einzelnen Baueinheiten durch Brücken, die die geschoß- bzw. gebäudeweise gegliederten Institute oder Ordinariate verbinden. Das statische System besteht aus einer Stützenreihe auf der Innenseite der Außenhaut und einer tragenden Wand zwischen Büros und Erschließungsbereichen, wodurch eine hohe Nutzungsflexibilität gewährleistet ist. Die Betonfassade ist nicht tragend ausgebildet. Die Erdgeschoßzonen wurden durchlässig gestaltet, wodurch trotz des strengen rasterförmigen Aufbaus der Anlage ein freier Fluß der Bewegung möglich wird. Im Unterschied zu den sonst üblichen universitären Institutsgebäuden, in denen die verschiedenen Institutionen innerhalb eines Gebäudes separiert bzw. unverbunden geordnet sind, entsteht hier auf Grund des städtebaulichen Ansatzes ein auf allen Ebenen vernetzter, dichter und gleichzeitig offener Campus, der sowohl der sinnlichen Erfahrung wie der geistigen Arbeit genügend Raum bietet. Arno Ritter | |